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Starke Aktion der Kinder der Maria Montessori-Schule Freiburg

Wenn sich Unterricht verselbstständigt, muss dies nichts Schlechtes bedeuten…
Die Kinder der Maria Montessori-Grundschule hegten den Wunsch zur Weihnachtszeit etwas Gutes zu tun. Etwas Gutes für Mensch und Umwelt, sie wollten aktiv sein, mitgestalten und sich als Kinder einbringen.

Dies war der Keim einer Idee, der die Lehrerinnen Raum zur Entfaltung gaben.
Nach einigem Überlegen wurde es dann bald konkreter: Die Kinder wollten einen Weihnachtsmarkt mit selbstgebastelten Dingen und einfacher Verköstigung veranstalten. Der Erlös sollte ganz zu Gunsten eines guten Zweckes sein.
Ab diesem Zeitpunkt flossen die Ideen aus den jungen Köpfen und es wurde klar, dass sie kanalisiert werden mussten. Also entstanden verschiedene Arbeitsbereiche ähnlich wie in einer Firma, die immer zu Anfang der Sachunterrichts- und Kunst- und Werkenstunden neu verteilt wurden. Da gab es die „Werbegestalter“, die erste Entwürfe für Werbeplakate machten. Ganz wichtig waren auch gleich zu Anfang die „Marktplaner“, die die Vision des Marktes für alle vorstellbar machten. Die „Produktabteilung“ recherchierte in Büchern und im Internet nach zum Verkauf geeigneten Produkten. Eine zentrale Aufgabe hatten auch die „Finanz- und Spendenabteilung“. Aufgabe war es ein geeignetes Projekt zu finden, das die Kinder mit den Einnahmen unterstützten wollten. In der Küche kochten die „Köche“ Suppen zum probieren. Jede der drei Familienklassen einigte sich auf eine Suppe, die am Weihnachtsmarkt verkauft werden sollte. In den kommenden Wochen kamen natürlich viele Stunden emsigen Schaffens und Planens auf die Kinder und die Lehrerinnen zu. Neben der Herstellung der Verkaufsprodukte, wie z.B. Holzsterne, Springseile, Glitzerknete und Badesalzen musste einiges gemeinsam entschieden und abgestimmt werden. So einigten sich die Kinder auf einen Entwurf für die Werbeplakate. Die Grafik-Abteilung stellte eine Kopiervorlage her, die nach dem Kopieren noch individuell gestaltet werden konnte. Die Produktabteilung testete neue Produkte und feilte an deren Umsetzung. Jede Familienklasse suchte drei Projekte heraus, die sie sinnvoll fanden und wert sie zu unterstützen. Dann wurde in jeder Klasse abgestimmt. Die Projekte mit den meisten Stimmen wurden dann ausführlicher dargestellt mit Plakaten und einem kleinen Vortrag. Da gab es den Vorschlag den Brunnenbau in Afrika zu unterstützen, damit die Menschen dort sauberes Wasser zur Verfügung haben, es gab den Vorschlag die Freiburger Flüchtlingshilfe zu unterstützen, damit die Menschen, die aus Kriegsgebieten nach Freiburg kommen ein besseres Leben haben können. Der dritte Vorschlag war die Pacht eines Stückes Regenwaldes in Brasilien, um den Wald zu schützen und etwas gegen den Klimawandel und die Ausrottung vieler Pflanzen und Tiere zu tun. Die Kinder organisierten eine große Präsentation und Abstimmung der Projekte im Schulplenum. Alle drei Familienklassen, vertreten durch ihre „Spendenverwalter“ präsentierten ihren Vorschlag. Dann wurde abgestimmt. Gewonnen hat am Ende das Regenwaldprojekt. Die Vorstellung ein Stück Regenwald vor der Brandrodung zu schützen und Tieren und Pflanzen dort einen sicheren Lebensraum zu bieten überzeugte die Kinder, auch die Lebensnotwendigkeit des Erhalts des Waldes für uns Menschen wurde unter den Kindern lange betrachtet.
Am 14. Dezember war es dann soweit. Mit großer Vorfreude und einer guten Portion Aufregung wurden die Stände in den Klassenzimmern gerichtet. Immer 3-4 Kinder teilten sich einen kleinen Stand. Die Produkte wurden darauf verteilt. Aus der Küche dufteten die Suppen. Grießklöschensuppe, Kartoffelsuppe und eine Winterminestrone wurden in großen Töpfen erhitzt und fertig zum Verkauf gemacht. Selbstbemalte Schüsseln wurden für diejenigen Besucher zum Verkauf bereit gehalten, die ihr eigenes Geschirr zu Hause vergessen hatten. Weihnachtliche Musik erklang aus den Räumen und tatsächlich…da kamen schon die ersten Besucher! Alsbald füllten sich die Räume, die Suppe wurde genossen und die Kinder verkauften mit großem Eifer und roten Backen die ersten Produkte. Die Stimmung war weihnachtlich, lebendig und die positive Anspannung lag in der Luft. Die Kinder führten Verkaufsgespräche und errechneten Preise und Rückgeld. Schnell wurde klar, dass der Weihnachtsmarkt ein voller Erfolg werden würde. An die zweite Verkaufsschicht denkend, mussten die Kinder Produkte unterm Tisch verstecken, damit die Kinder nach ihnen auch noch was zu Verkaufen hatten. Das ein oder andere Andenken an den Weihnachtsmarkt kauften sich die Kinder natürlich auch selbst und auch das machte allen einen riesigen Spaß.
Die Regenwaldexperten hatten einen Informationsstand aufgebaut und klärten die Gäste unermüdlich über das Projekt auf.
Sehr zufrieden verließen Kinder, Eltern und Lehrerinnen an diesem Tag die Schule. Es war geschafft und es fühlte sich für alle richtig gut an.
Doch spannend wurde es am darauffolgenden Montag.
In jeder Klasse wurden die Kassen noch einmal geöffnet und das Geld wurde gezählt.
Die Gesamtbilanz der verschiedenen Kassen und das Gegenrechnen von Ein- und Ausgaben erledigten die Viertklässler in der letzten Stunde. Am nächsten Morgen im Plenum wurde es dann präsentiert. Die Kinder verkündeten mit großem Stolz, dass sie es geschafft hatten 450 Euro einzunehmen, die sie nun für den Schutz des Regenwaldes im Amazonasgebiet einsetzen. Damit wird eine Fläche von der unglaublichen Größe von 450 Fußballfeldern geschützt!
Der Regenwald kann riesige Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid aufnehmen und den enthaltenen Kohlenstoff in seinen Pflanzen und im Boden speichern. Die Kinder setzen dabei ein beeindruckendes Zeichen, dass jeder von uns etwas gegen den Klimawandel und damit für die Umwelt und letztlich für uns Menschen tun kann.

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