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Geschichte aus der Kernzeit

In der Kernzeit haben die Kinder zusammen mit Inge Meißner ein Märchen gelesen. Dabei haben sie das Ende weggelassen und sich zusammen ein neues überlegt. Was für eine tolle Geschichte dabei rausgekommen ist, könnt ihr hier lesen:

Die Befreiung der Sonnenmutter

von Noemi, Ruby, Ben, Ludwig, Lea, Noemi und Aaron haben einen aufregenden Plan
Vor vielen, vielen Jahren, als der Sonnenkönig noch jung war, lebte er mit dem Wolkenkönig in guter Freundschaft.
Doch eines Tages war alles ganz anders. Vor lauter Erschöpfung konnte der Sonnenkönig kaum mehr zu seinem Schloss zurück kehren, so müde und verzweifelt war er, denn es hatte fürchterlich geregnet, und er hatte es fast nicht mehr geschafft, die Erde zu trocknen. Da traf er den Wolkenkönig und klagte ihm sein Leid:
„Lieber Freund, ich bin sehr müde, weil ich mich gewaltig anstrengen musste, sonst wäre die Ernte der Menschen vernichtet worden. Sei so gut und schicke deinen Regendiener eine Nacht lang nicht dorthin.“ Der Wolkenkönig antwortete: „Das werde ich doch tun, du hättest es dir mit dem Trocknen sparen können. Es soll neun Wochen ununterbrochen regnen!“
„Was haben die armen Leute dir denn getan?“ fragte der Sonnenkönig.
„In diesem Land lebt eine wunderschöne Königstochter, und ich habe um ihre Hand angehalten. Doch der König wies mich ab und sagte, dass er für einen Wolkenkönig keine Tochter zu vergeben habe. Nun werde ich es den Leuten zeigen. Ich nehme alle meine Diener mit, den Regen, den Wind, den Blitz und den Donner, den Hagel und den Schnee. Ich lasse sie alle auf einmal los, dann können sie sich nach Herzenslust austoben.“
„Wenn der König dich beleidigt hat, so darfst du deine Wut nicht an den armen Leuten auslassen und sie bestrafen.“
„Das geht mich nichts an, wer kann es mir verbieten?“„Ich! “ rief der Sonnenkönig.
Wutentbrannt schrie der Wolkenkönig: „Das werden wir schon sehen!“
Er beratschlagte mit seinen Dienern, wie man den Sonnenkönig unschädlich machen könne. Der Wind hatte einen Vorschlag. „Unser Feind der Sonnenkönig fliegt am Morgen als kleines Kind in die Welt, zu Mittag wird er ein Mann, und am Abend kehrt er als Greis wieder in sein Schloss zurück, um im Schoß seiner Mutter zu schlafen. Schafft er das nicht, wacht er morgens als Greis auf und hat keine Kraft, um in die Welt zu fliegen. Wir müssen also die Sonnenmutter gefangen nehmen.“
Nun brüllten alle Diener wild durcheinander.
Der Schnee und der Hagel waren begeistert, sie knarrten und klirrten.um die Wette.Der Blitz tobte: „Zackzack, zickzack.“. Und der Donner brummte:“ Bumbara, bumbara, bumm. Das gibt einen Riesenspaß“. Der Regen flüsterte: „ Tritsch, tratsch, Wind du bist der Gescheiteste von uns!“
Der Wolkenkönig war einverstanden und sprach: „Das ist eine gute Idee. Ich will versuchen, die Sonnenmutter zu entführen.“
Auf dem Weg zum Schloss des Sonnenkönigs verwandelte er sich in ein schönes, graues Pferd. Am Tor saß die Sonnenmutter und wartete auf ihren Sohn.
„Guten Tag liebe Frau, ich bin das Windpferd. Mich schickt dein Sohn und lässt dich bitten, schleunigst zu ihm zu kommen, er hat keine Kraft mehr und möchte sich nur eine Stunde in deinem Schoß ausruhen und neue Kräfte sammeln.
„Das hat sich mein Sohn noch nie gewünscht, aber wenn es so ist will ich mitkommen. Erlaube mir, dass ich mich auf deinen Rücken setze.“
Das Pferd trug sie so schnell wie der Wind zum höchsten Gebirge der Welt. Als sie wieder Boden unter den Füßen hatten, verwandelte sich das Pferd wieder zurück in den Wolkenkönig. Der sperrte die Mutter in eine Höhle ein.
Als nun der Sonnenkönig abends als müder Greis heimkehrte fand er seine Mutter nicht vor. Und da er nicht in ihrem Schoß schlafen konnte, wurde er so schwach, dass er gar nicht mehr ausfliegen konnte. Es herrschte nun überall Dunkelheit und der Wolkenkönig konnte ungestört mit seinen Dienern wirtschaften.
Und nun beginnt die spannende Rettungsaktion……
Nach ein paar Wochen fassten die beiden letzten Diener des Sonnenkönigs den Entschluss, sich auf die Suche nach der Sonnenmutter zu machen. Sie hatten nämlich vom Steinadler gehört, dass sich in dem höchsten Gebirge der Welt ein Drachen seit Wochen immer an der gleichen Stelle aufhält, und er vermutet, dass dieser Drache etwas bewachen müsse. Das Gummibärchen und die kleine Nudel waren sofort einverstanden, mit dem Steinadler dorthin zu fliegen.
„Kleine Nudel, geh in die Waffenkammer und hole unsere Pommes- Lanzen und die Marzipanschilder. Und vergiss nicht die Tarnkappen mit der Webcam drauf! Und den Wunschdolch! Ich schnalle schon mal den Hamsterpferden die Flügel an.“
Nach einer Weile landeten sie in einigem Abstand zum Drachen auf einem anderen Bergzacken. Und tatsächlich, hinter dem Drachen sahen sie ein Eisengitter in der Felswand. Da sie mit ihren Röntgenstrahlen durch die Steine hindurch alle unsichtbaren Sachen sehen konnten, entdeckten sie auch die verängstigte Sonnenmutter in der hintersten Ecke am Boden kauernd.
„ Die Sonnenmutter zu befreien schaffen wir nie“, jammerte die Nudel, „ Der Drache ist viel zu groß. Wir können uns mit der Tarnkappe schützen, aber die Sonnenmutter wird er samt den Hamsterpferden verschlingen.“
„Keine Bange kleine Nudel, ich ziehe mir gleich meine Tarnkappe an, nehme auf jeden Fall den Wunschdolch mit. Ich werde mir den Drachen mal näher anschauen.
Er startete seinen Düsenantrieb und landete am Schwanzende des Drachens. Vorsichtig schlüpfte er durch das Gitter zu der erschreckten Sonnenmutter.
„Sonnenmutter ich bin das Gummibärchen. Die kleine Nudel und ich wollen dir helfen. Bleib ganz ruhig, wir werden dich heute noch befreien.“
Es schlich nach draußen zurück und schickte der kleinen Nudel ein paar Laserstrahlen rüber. Diese zog ihre Tarnkappe über den Kopf und flog mit dem Steinadler zur Höhle. In diesem Moment erwachte der Drachen und bemerkte die Spione in der Luft. Sofort fühlte er sich von ihnen mächtig bedroht. Er stieß einen gellenden Schrei aus und alarmierte die Soldaten des Wolkenkönigs.
Plötzlich wurde der Himmel ganz schwarz. Lauter kleine, kugelige, schwarze Monster fielen vom Himmel. Sie sahen schrecklich Furcht erregend aus. Auf jedem Monster saß ein übergroßer Kopf mit 300 funkelnden Augen und die Stacheln auf der Haut waren schärfer wie Rasierklingen.
„ Gummibärchen, komm wir schlüpfen mit unseren Tarnkappen in die beiden Chef- Monster. Wir verkleben sie von innen, so dass sie dann unseren Befehlen folgen müssen.“ Gesagt getan - die Monster verwandelten sich in Helfer und verrieten den beiden das Lieblingsessen des Drachens. Ihr Plan war, etwas unter das Essen zu mischen, um damit den Drachen in Tiefschlaf zu versetzen. Vorsichtig mischten sie Pfannekuchen mit Keksbrösel und mächtig viele Erbsen mit Spinat und würzten alles mit Krötenschleim. Gott sei Dank bemerkte der Drache nichts davon, denn sonst hätte er aus allen Öffnungen Feuer gespieen.
Nach dem Fressen fiel der Drache ohnmächtig um und nun blieben ihnen tatsächlich nur 30 Sekunden Zeit, so lange konnte die Wirkung dieser Narkose halten. Auch die Monster konnten in dieser Zeit nichts ausrichten und verzogen sich maulend.
„Komm Gummibärchen, wir beamen uns durch das Eisengitter. Nimm dein Laserschwert und zerstöre die Eisenkette, an der der Schlüssel hängt.“
Doch leider misslang der Versuch, das Tor zu öffnen, es blieben nur noch 20 Sekunden Zeit. Inzwischen hatte der Winddiener dem Wolkenkönig von dem Überfall berichtet. Dieser schickte seinen Blitzdiener los. Es kam zu einem erbitterten Kampf mit dem Laserschwert und beide versuchten, die Blitze abzuwehren und
umzulenken. In buchstäblich letzter Sekunde traf ein Blitz auf das Eisentor. Durch die Explosion flog es durch die Luft und die Höhle explodierte.
„Komm schnell Sonnenmutter, du bist frei. Komm, der Steinadler bringt dich wieder nach Hause“ riefen die beiden Retter. Sie setzte sich auf die breiten Flügel und schon flog der Steinadler in Richtung Schloss.
Durch die Blitze jedoch wurde das Augenlicht des Drachen zerstört. Seitdem läuft er blind umher und kann keinen Schaden mehr anrichten.
Nun suchten Gummibärchen und Nudel ihre Hamsterpferde. Wo konnten sie sich nur versteckt haben – oder waren sie vielleicht verletzt oder bei der Explosion getötet worden? Nachdem sie sie entdeckt hatten flogen auch sie so schnell sie konnten wieder zurück.
Am Ende trafen sich dann alle im Schloss des Sonnenkönigs.
Er nahm Nudel und Gummibärchen in die Arme: „Ich danke euch beiden für die großartige Rettung meiner Mutter. Ich war sehr verzweifelt und habe nicht mehr daran geglaubt, noch einmal in ihrem Schoß schlafen zu können. Ihr habt euer Leben riskiert, hier bekommt ihr den Tapferkeitsorden.“
Seit dieser Zeit aber hat alle Freundschaft zwischen dem Wolkenkönig und dem Sonnenkönig aufgehört.

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