Schattentheater in der Kernzeit

Die Geschichte vom kleinen Schlossgespenst Ghosty

In der Kernzeit haben sich die Kinder diese lustige Geschichte für ein Schattentheater ausgedacht. Zuerst wurde überlegt, welche Hauptpersonen in der Geschichte vorkommen und wann und wo sie stattgefunden haben könnte. Die Kinder brachten jede Woche spannende neue Ideen mit. Darüber wurde diskutiert und abgestimmt, ob der Vorschlag zu der Geschichte passt. So entstand das Drehbuch. Mit großem Eifer konnte nun das Bühnenbild mit den beiden Schlössern und den vielen Requisiten hergestellt werden und aus Kochlöffeln entstanden wunderschöne Figuren. Nun wurden die Rollen verteilt und das Stück einstudiert. Die Erzähler übernahmen den Text und übten die Sprecherrollen, eine andere Gruppe begleitete das Theaterstück musikalisch. Nun möchtet ihr bestimmt gerne wissen, wie das Gespenst gelebt hat und welche Abenteuer und Kämpfe es zu bestehen hatte.

Hier ist die Geschichte:

Der höchste Berg der Welt wurde vor vielen Millionen von Jahren während einer großen Sturmflut aus dem Gebirge heraus abgebrochen. Auf seiner Spitze stand ein altes Schloss mit einem schiefen, fast abgebrochenen Turm. In diesem Schloss lebten nur der Zauberer Humpelbein und das kleine Gespenst. Der Zauberer wohnte in einem halb zerfallenen Teil des Schlosses, das kleine Gespenst lebte im anderen Teil und schlief tagsüber in einer alten Kiste. In dem Schloss hingen überall jahrhunderte alte Spinnweben von den Decken herunter, an den Wänden wuchs Moos und auf dem Fußboden lag meterhoher Fledermausdreck. An den Wänden hingen überall die Bilder der verstorbenen Schlossherren- und damen. In der Zeit um 1503 tobte ein erbitterter Krieg zwischen dem Volk der Spaghettis und dem Volk der Gummibärchen. Beide wollten die Welt erobern. Der Kampf dauerte über viele Jahre, die Gummibärchen waren so gut wie ausgerottet und die einzigste Überlebende des Spaghettivolkes war Nudli. Der Zauberer war früher mit den Gummibärchen befreundet und deshalb der Feind des kleinen Gespenstes. Die Freunde des Gespenstes waren Nudli und die fliegenden Pferde. Diese wollten das kleine Gespenst befreien und so kreisten die fliegenden Pferde um das Schloss und hielten Ausschau, wie sie das kleine Gespenst am besten befreien könnten. Um Mitternacht mit dem 1. Glockenschlag der alten Standuhr öffnet das kleine Gespenst seine Kiste und schaut, ob die Luft rein ist und der alte Zauberer schläft. Dann schwebt es durch alle Räume des Schlosses. Wenn es an den Gemälden vorbeifliegt beginnen sie sich zu bewegen und die alten Schlossherren- und damen treten aus den Bildern und fangen an zu tanzen. Wenn der 12. Glockenschlag ertönt ist der ganze Spuk vorbei und die Bilder hängen wieder an der Wand, als ob nichts geschehen sei. Dies ist die einzigste Beschäftigung des kleinen Gespenstes, dann muss es wieder in seiner Kiste verschwinden. Der alte Zauberer hat natürlich nichts anderes im Sinn, als das kleine Gespenst zu fangen. Da er aber nicht auf die andere Seite des Schlosses wo das kleine Gespenst lebt kommen kann, überlegt er die ganze Zeit, wie er es anstellen kann, das Gespenst zu überlisten. Neulich hat er beobachtet, wie das kleine Gespenst um Mitternacht an den Bildern vorbeifliegt und die Bilder zu leben anfangen. Sein Plan sieht so aus: er legt eine ausgestopfte Strohpuppe in sein Bett und versteckt sich kurz vor Mitternacht. Das kleine Gespenst ahnt, was der Zauberer mit ihm vorhat und fliegt also zuerst in die Schlafkammer des Zauberers, um zu schauen, ob dieser schläft. Die Strohpuppe sieht ihm täuschend ähnlich und so wiegt sich das kleine Gespenst auch heute in Sicherheit. Es schwebt an der Ahnengalerie vorbei, die Figuren beginnen gerade nach einer wunderschönen Melodie sich zu bewegen als mit einem Mal der Zauberer auf seinem Zauberstab um die Ecke flitzt und versucht das kleine Gespenst zu fangen. Auf einer wilden Verfolgungsjagd durch das ganze Schloss versucht das kleine Gespenst immer wieder dem Zauberer zu entkommen. Fast gelingt es ihm auch, aber im letzten Moment verleiht der Zauberstab dem Zauberer noch einmal ungeahnte Kräfte und mit einem großen Satz wirft er sich über das Gespenst. Es wird in ein dunkles Verlies im schiefen Turm eingesperrt. Die fliegenden Pferde, die jede Nacht um das Schloss kreisen haben den Kampf und das Geschrei mitbekommen. Sie überlegen sich, wie sie dem kleinen Gespenst helfen können. Sie fliegen zu Nudli und fragen ihn, denn Nudli ist die schlaueste Spaghetti weit und breit. Nudli hat eine Idee. Als letzter Nachfahre des Spaghettivolkes hat es vorne eine harte Metallspitze. Mit ihr kann sie wie mit einem Bohrer in jedes Material Löcher bohren. Nudli setzt sich auf das größte der fliegenden Pferde, hält sich an der Mähne fest und so fliegen sie zum Schloss. Nudli beginnt sogleich mit der Arbeit, denn bis zum Morgengrauen muss alles fertig sein. Denn sie dürfen von dem Zauberer nicht entdeckt werden. Endlich ist das Loch groß genug und das kleine Gespenst klettert in die Freiheit. Es ist überglücklich seine alten Freunde wieder zu sehen. Sie haben sich ja fast 500 Jahre nicht gesehen. Nudli erzählt ihm von den Menschen in Europa und wie sie leben. Das kleine Gespenst ist ganz neugierig und fragt die fliegenden Pferde, ob sie es dahin führen können, damit es sich alles anschauen kann, was die Menschen essen und wie sie wohnen. Nudli erzählt ihm, dass die Menschen gerne Pizza und Spaghetti essen, das möchte das Gespenst natürlich auch, denn es hat jetzt einfach genug von Spinnenbeinsuppe mit Kröteneiern und gebratenen Fledermausschenkeln. Sie fliegen zum Festland und landen direkt in Rom. Gemeinsam bestellen sie sich erst einmal eine große Pizza und danach eine Riesenportion Spaghetti Bolo. Es schmeckt dem kleinen Gespenst so vorzüglich, dass es sich entschließt, für immer hier leben zu wollen, um jeden Tag diese wunderbaren Speisen zu genießen. Bei einem Stadtrundflug über sieht es auf einmal den kleinen Drachen Nepumuk, der früher auch einmal ein kleines Gespenst war. Der böse Zauberer hatte es aber vor langer Zeit in einen Drachen verzaubert. Die beiden sind überglücklich, sich wieder gefunden zu haben und leben nun im Collosseum. Dort spuken sie beide herum und, wenn sie Lust haben, dann erschrecken und ärgern sie die Touristen. Wie das funktioniert? Die beiden sind nur für die Kinder sichtbar und treiben allerlei Schabernack mit den Erwachsenen. Darüber lachen die Kinder sich halb tot. Die Erwachsenen aber werden richtig ärgerlich. Wollt ihr wissen, was das kleine Gespenst und der Drache veranstaltet haben? Immer wenn die Touristen eine Sehenswürdigkeit fotografieren wollten, schütteln die beiden so heftig an den Armen der Erwachsenen, das alle Bilder verwackeln. Außerdem haben sie einfach die Chipkarten in den Fotoapparaten ausgetauscht. Voller Stolz wollen die Erwachsenen zu Hause die Fotos von Rom zeigen, aber es gibt nur Bilder von Paris, dem Eifelturm, London, Berlin…

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