Zum zweiten Mal öffneten sich die Türen zu einer wunderbaren Zirkusaufführung – diesmal sogar vor internationalem Publikum.
Aufgeregt machten wir uns auf den Weg – der Weihnachtszirkus war uns allen noch in so guter Erinnerung.
Als wir in der Schule Günterstal ankamen, waren schon eine Menge Eltern da, die mit uns gemeinsam die verwandelte Halle betraten. Nichts erinnerte mehr an „unsere“ Sporthalle, in die wir jeden Mittwoch gehen. Leise Musik, fremde Sprachen, ein Zirkusdach und jede Menge aufgebaute Geräte.
Wann fängt es endlich an? Wie geht es wohl denen, die gleich auftreten? Bestimmt sind sie nervös, schließlich haben sie lange gemeinsam trainiert und sich überlegt, wie sie was aufführen.
Dann geht das Leicht aus und ein Mann betritt die Bühne. Er ist ganz in schwarz gekleidet und begrüßt uns mit lauter Stimme. Schon geht die Musik an und – zuerst können wir es gar nicht richtig sehen – die Artisten kommen von hinten durch den Mittelgang gerannt, gepurzelt, gesprungen. Sie sehen super aus in ihren flatternden Hosen.
Doch schon geht es weiter: Kinder stellen sich auf eine Tonne und auf einen Ball und laufen auf diesen! Und mehr noch: ein Mädchen springt Seil auf dem Ball! Ein Junge jongliert und fällt nicht runter!
Wir wissen gar nicht, wie uns geschieht und wo wir als nächstes hinschauen sollen. Die Musik nimmt uns mit, viele klopfen mit Füßen oder Händen den Takt mit. Atemberaubende Einradshow, Jonglage mit Tüchern, Tellern, Diabolos. Dann kommt ein Junge mit einem Tisch und vielen Bechern und seine Hände sind schneller als der Wind – Becher werden gestapelt und verschwinden wieder, bilden Türme und Mauern.
Kinder klettern nacheinander in ein schwarzes Tuch, verbiegen sich, manchmal sogar zu zweit, dann springen sie wie der Wind noch durch Reifen – auch brennende! - , fliegen durch die Luft und landen elegant.
Ein Höhepunkt ist aber eindeutig, dass ein Mädchen in einer Kiste mit Stangen zerstochen wird. Mit welcher Kraft die anderen die Stangen durch das Holz schieben und sie dann am Ende doch wieder heil heraus kommt, puh!
Zum Abschluss bauen alle Zirkuskinder aus beiden Schulen eine riesige Menschenpyramide – wir haben gar nicht gemerkt, wie viele diesmal dabei waren! Wir klatschen uns die Hände wund und rufen „Zugabe“, so schön war es.